Mittwoch, 5. September 2012

Freie Fahrt

Begegnung am Berg:
Wir (Roli und ich) tragen unserer Räder den Weg hinauf, von oben kommt ein Mann in Grün daher,
langer Wanderstock, das Fernglas um den Hals gehängt. Wir weichen an den Wegrand aus,
legen die Räder ab, wir begrüßen uns freundlich.
"Wo fohrts ihr wieda ob?"
"Denselben Weg ... gibt jo eh nur den einen."
"Jo paßt, oba bleibts ma bitte aufn Weg!"
"Na kloar, ohne Wegal mochts fohrn eh kann Spaß!"
Freundlicher Gruß beider Seiten und einen schönen Tag gewunschen.

Dank an diesen Mann (Jäger?) der uns nicht gleich als Verrückte und Naturzerstörer hinstellt,
sondern einfach ganz normal nach unserem Tun fragt.
Leider in meinen Heimatbergen eher die Ausnahme als die Regel.







Sonntag, 2. September 2012

Crash Landing

Ein stabiles Hoch, ausreichend Zeit - Zielgebiet: Osttirol und Oberkärnten.
Auf der Fahrt nach Matrei mache ich einen Zwischenstopp in Kärnten, Mihi guidet
mich in seiner näheren Umgebung. Das angekündigte Hoch ist noch nicht so "hoch",
der Berggipfel ist im Hochnebel eingehüllt. Oben angekommen wird die Jause mit den
Bergdohlen geteilt und wir richten uns für die Abfahrt. Großteils ist der Untergrund mit
Steinen aller Größen bedeckt und sehr lose und rutschig.
Noch ziemlich am Anfang der Abfahrt verhängt sich an einer unschwierigen Stelle mein Vorderrad
und ich kippe Richtung Abhang ... nicht gut, mein Fuß tritt ins Leere und ich springe ab.
Der Hang ist sehr steil und mit Felsen durchsetzt, die Stimme im Hinterkopf sagt mir das ich das
nicht "dalaufe" ... Irgendwie drehe ich mich zum Hang, ein Felsen bremst mich abrupt ab.
Mein Jochbein hat eine Schramme, am Oberschenkel eine stumpfe Verletzung.
Erst später merke ich das meine linken Rippen schmerzen ...
In der weiteren Abfahrt fehlt mir einwenig die "Schneid", aber das ist kein Wunder.
Im letzten Viertel klingt der Weg mit einer guten Mischung zwischen Anspruch und Flow
auf Waldboden aus.
Am Abend treffe ich mich mit Wolfgang in Matrei, er hat sich ein paar Tage vorher die Rippen
beim Fußball spielen geprellt ...!
Nach dem üblich üppigen Frühstück mit Couscous, Speck und Eiern geht es Richtung Berg.
Ein unglaublich steiler Weg zieht sich lange hinauf, danach muß das Rad geschultert werden.
Beide leiden wir mit unserer Prellung, tief einatmen bereitet Schmerzen. Das Wetter ist weit weg
von beständig, zwischendurch spüren wir ein paar Tropfen. 300 Höhenmeter unter dem Gipfel
drehen wir wegen dem Wetter, Müdigkeit und Schmerzen um.
Die Abfahrt ist mittelprächtig, der Weg ist leider nicht sehr gut ausgetreten, aber das ist das Risiko
bei neuen Touren. Nicht immer landet man einen Volltreffer.
Bei schweren Stellen sind wir extrem vorsichtig, beide wollen wir nicht Stürzen ...
Nachdem ich in meinen Kopf das Programm "Horst fährt Rad" neu konfiguriere, geht es besser:
Nur weil ich am Vortag eine Sturz hatte, heißt das ja nicht das ich damit das Radfahren verlernt habe!
"It´s all in your head Baby!"

Am nächsten Morgen brechen wir leider unseren Biketrip ab, wir fühlen uns beide
wie geschlagene Hunde ... An eine normale Tour ist nicht zu denken.
Daheim gibt es mal eine Woche Pause, das Wetter ist jetzt wie angekündigt: heiß und wolkenlos ...




Osttirol:


Sonntag, 22. Juli 2012

Immer nie am Meer ...

Einmal etwas anders hier auf meinem Blog: keine Radtouren irgendwo hoch
in den Bergen, sondern ein Kurzurlaub am Meer! Meine Muskeln & Sehnen
freuten sich über das Meerwasser ;-) ... 4 Tage lang fröhnte ich dem faulenzen.
Das Bike war zwar mit, wurde aber nur für Erkundungstouren verwendet,
diese waren aber sehr erfolgreich und ich entdeckte schöne, wenig überlaufene Plätze!

Natürlich gibt es an dieser Stelle jetzt klassische Sonnenuntergangsfotos ... mit Segelboot! ;-)
Und mit Möwe. Vögel sind mir ja ein sehr beliebtes Motiv!

Mein Lieblingsbild von diesem Urlaub darf da natürlich auch nicht fehlen:
Abendstimmung samt Boot an der "Sprossenwand":





Mittwoch, 27. Juni 2012

Im Westen viel Neues

Ein Bus, 2 Leute, 2 Räder und viel Zeit ...
Martin und ich waren gemeinsam auf Bikeurlaub, unser Ziel war der Vinschgau.
Damit die Autofahrt nicht zulange wurde, gab es auf der Strecke dahin einige Zwischenstopps.

Kurzzusammenfassung: Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut! ;-)
Wettertechnisch hatten wir Glück, meist war es sonnig & heiß.

Tag 1 brachte uns nach Kärnten, zusammen mit Mihi, Dave & Oliver wurden 1900 Höhenmeter
gesammelt, die Abfahrt war von der knackigen Sorte ...
Nach dieser anstrengenden Tour hätte es eigentlich einen Ruhetag gebraucht,
aber da stand schon dieser Aussichtsberg am Programm - am Ende waren es wieder über 1400 Hm.

Einen weiteren Zwischenstopp machten wir in Osttirol, dort trafen wir uns mit Thomas.
Das Gebiet dort überzeugt immer wieder mit tollem Panorama
und anspruchsvollen Wegen ... Stichwort "herumhorstln" ... ;-)
Am 4. Tag war ich leider schon so müde das ich die Tour vorzeitig abbrach,
die Anstrengung der Vortage rächte sich!

Insgesamt 3 Tage verbrachten wir in Latsch. Danach war mir klar warum soviele Leute von
diesem Gebiet schwärmen: ich kenne kein Gebiet wo es so viele unglaublich flowige Wege gibt!

Auf der Heimreise gab es noch einen Abstecher in die Dolomiten, eine rein nach der Karte
geplante Tour erwies sich als Volltreffer: leicht in der Auffahrt, flowig die Abfahrt und gekrönt mit dem
Panorama der Dolomiten!


(Fotos von Martin, Thomas und mir)
Gipfelfoto vom 1. Tag: Martin, Dave, Ich & Mihi.
 
 








































Montag, 4. Juni 2012

Platzhalter

Ein Platzhalter für Fotos die ohne Geschichten auskommen (müssen).

Foto von Wolfgang:

Mauersegler, von meinem Balkon aus fotografiert:

Kroatien:




Sonn(en)tag

Da in den alpinen Regionen vorallem nordseitig noch oft viel Schnee auf den
Wegen liegt, wurde kurzerhand die Abfahrt der ausgewählten Tour auch zur
Auffahrt hergenommen. Heißt: viel Tragen!
Wolfgang und ich schafften es nicht ganz bis zum Sattel, sogar südseitig war ab 1700 m
zuviel Schnee! Wir waren gar nicht so unglücklich über das vorgezogene Ende,
das schwüle Wetter und der anstrengende Vortag hatten uns müde gemacht.

Dafür machten wir ein paar Fotostopps, die Bilder sind von Wolfgang und mir.






Messlatte

Rein aus der Sicht der Fahrtechnik geht es bei meinen Radtouren meistens darum
meine Fahrtechnik bergab an den (meinen) Grenzen auszuloten.
Es ist schon einige Jahre her, das ich eine Tour nur wegen dem Rauffahren gemacht habe.
Angestachelt (auch) durch den Slowenienausflug wollte ich diesmal bergauf eine Marke setzen.

Meine Wahl fiel auf einen Weg mit folgenden Eckdaten: knapp 700 Höhenmeter bergauf,
zwar immer recht breit, dafür aber ab der Waldgrenze lose & grob schottrig.
Meist war es der lose Untergrund, der ein befahren unmöglich machte.
Die Bedingungen waren an diesem Tag gut: bewölkt und nicht heiß, der Regen die Tage
davor machten den Untergrund sogar griffiger. Je weiter ich hinauf kam und je schottriger
es wurde, desto mehr Luft ließ ich aus dem Hinterradreifen. Mit extrem geringen 0.6 bar
bewegte ich mich schließlich voran.
An der Hütte angekommen pfiff meine Lunge aus allen Löchern und meine Beine waren leer,
aber ich hatte es geschafft: jeder Meter war fahrend bewältigt!
(Pausen waren natürlich nötig, da ich es sonst nicht "daschnauft" hätte, eine Schlüsselstelle
war erst beim 4. Versuch geknackt)

Natürlich ist es körperlich um einiges anstrengender als das Rad zu schieben oder tragen,
doch bin ich ebenso Stolz darauf, wie wenn ich es schaffe einen Weg bergab komplett zu befahren.


Ein 10 Jahre altes Foto von einer der Schlüsselstellen, keine Ahnung wer der Fahrer
mit dem lustigen Gewand ist ... *g*

Sieht nicht steil aus, ist es aber ...
Der Weg zur Hütte ab der Waldgrenze.

Dienstag, 22. Mai 2012

The Slovenien way of biking!

Wie sah früher eigentlich eine Biketour bei mir aus?:
Rad aus dem Keller geholt und die Wege in meiner Umgebung gefahren.
Die Betonung liegt dabei auf dem Wort "fahren"! Auch jeder noch so steile Uphill wollte
bezwungen werden. Die für die damalige Zeit (ca. 1985) ungewöhnliche Bergübersetzung
der neuartigen Mountain Bikes von gut 1:1 erlaubte es auf einmal steile Wege auch bergauf zu befahren.

Letztes Wochenende hängte ich mich am Slowenienausflug von Birgit, Sabine und Claude an.
Luka guidete uns am ersten Tag auf den Hometrails von Kranj.
Sein Zugang zum Biken, auch die schwersten Auffahrten fahrend zu bewältigen brachten mich
wieder "back to the roots"! Natürlich ist es körperlich anstrengender als das Rad zu schieben
oder zu tragen, doch ist es für mich ähnlich wie beim Runterfahren: es ist der Ehrgeiz alles zu fahren!

Danke an Luka, Marko, Marianna & Polona für Eure Inspiration!


Claude, Polona, Marianna, Sabine, Luka & Marko (von links) am ersten Tag:
Birgit am zweiten Tag am Anfang der Abfahrt:
Sabine an derselben Stelle:
 Claude ein paar Meter weiter:
Luka an einer ausgesetzten Stelle am dritten Tag,
starker Wind machte den ersten Teil der Abfahrt zusätzlich schwierig:

Sonntag, 6. Mai 2012

Psychotrail Reloaded

Schon im vorigen Video gab es ein paar Szenen vom Psychotrail,
jetzt sind ein paar Tage später noch einige Szenen mehr im Kasten.
Mit einem neu erstandenen Stativ ist es jetzt auch einfacher geeignete
Standorte für meine Kamera zu finden.
Nicht einfacher geworden dagegen ist der Weg!
Um die bis dahin nicht gefahrene Stelle (ab 1´05") zu knacken
rückte ich extra mit dem 24" Hinterrad an!
Und irgendwann möchte ich auch hier eine Rotpunktbefahrung schaffen!

Zum Vergleich hier mein Video von vor 2 Jahren: Klick mich, ich bin ein verzauberter Prinz!


Viel Spaß!

Dienstag, 1. Mai 2012

Geschichten aus dem Wald

In den letzten Wochen hatte ich immer wieder mal meine Kamera mit,
ja sogar in diesem April gab es ein paar Ausfahrten ohne Regen ...
Zu sehen gibt es einige Teilstücke meiner Frühjahrs-Lieblingswege.
Eigentlich sind es ja die großen "3" meiner näheren Umgebung, alle kaum begangen
und gespickt mit schweren Stellen. Und wenn der Weg zu leicht ist,
werden einfach Steine in eine Triallinie eingebunden!
Wie fast immer gibt es "nur" die Triallastigen Stücke zu sehen, weil:
- sie am einfachsten zum Filmen sind! ;-)
- sie die größere Herausforderung und der meiste Spaß sind.

Viel Spaß!


Freitag, 23. März 2012

Stahlroß

Winterzeit ist Hardtailzeit bei mir, die einfachere Pflege und der vermehrte Trialanteil bei meinen
Ausfahrten lassen mich jeden Winter auf das ungefederte Bike umsteigen.
Seit einer Woche wieder im Einsatz: der gute (alte) On-One Summer Season Stahlrahmen.
Ich hätte nicht gedacht das man so einen Unterschied zwischen einem Alu und einem
Stahlrahmen bemerkt! Wo auf wurzeligen Wegen das Alurad wie ein Esel bockte,
glättet das Stahlroß die ärgsten Spitzen weg. 3 cm mehr Radstand - bei gleicher Hinterbaulänge -
lassen viel Sicherheit bei höheren Geschwindigkeiten sowie bei Steilstufen aufkommen.
Mal sehen ob ich es nicht mal auf eine alpinen Tour mitnehme ...


Detail der Kettenführung:

Sonntag, 18. März 2012

Bröselvideo

Ein paar Videobrösel hier, ein paar Brösel da ...
Bevor die Dateien auf der Festplatte verschimmeln, schnell zusammengestöpselt - und fertig!
Die ersten Aufnahmen entstanden in den Hohen Tauern auf einen meiner Lieblingswege
(da gibt es schon 3 Vorgängervideos!), der Rest entstand im Jänner & Februar 2012.
Ich beim Üben von Trialtechniken, damit Wege wie am Videoanfang bewältigt werden können.
Damit schließt sich hier der Kreis!
 
Die Stellen bei 1.05 und 1.15 sind ausnahmsweise mal keine silly lines,
sondern so eng, das man mit dem Rad steckenbleiben würde.
Die Anfangssequenz sieht im Video nicht so steil aus, von oben kommend jedoch
nötigt sie mir doch einigen Respekt ab. Dazu ein Foto, am hellen Stein in der Bildmitte
sollte kein Schwung mehr vorhanden sein, ansonsten muß man den Not-exit geradeaus nehmen ...
Wurde schon getestet und für gut befunden! ;-)